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Geschichte

Die Grundidee zu GESTU entstand bereits 2006, als die ProjektinitiatorInnen von "study now" (Vermittlung von Tutorinnen und Tutoren für gehörlose Studierende) und "erfolgreich studieren" (Seminarreihe für gehörlose Studierende und Sensibilisierung von Universitätsangehörigen) an den Verein österreichischer gehörloser Studierenden (VÖGS) herangetreten sind, um die Ideen zu bündeln und die Situation nachhaltig zu verbessern. Gemeinsam wurde ein Gesamtkonzept einer Servicestelle erarbeitet, welche vor allem die Beratung von gehörlosen Studierenden und die Organisation von GebärdensprachdolmetscherInnen sowie TutorInnen beinhaltete.

2007 wurde mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (bmwf) Kontakt aufgenommen und ein Arbeitskreis mit Expertinnen und Experten eingerichtet. Das Ministerium beauftragte das Institut für Höhere Studien (IHS) mit einer Studie über Unterstützungsmodelle für gehörlose Studierende in Deutschland, England, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz. Anschließend wurde eine Bedarfsschätzung erstellt und ein Unterstützungsmodell finalisiert, das nach Meinung der ExpertInnen in Österreich umgesetzt werden sollte.

2009 erhielt die Technische Universität (TU) Wien den Auftrag, aufbauend auf dem schon vorhandenen Konzept die Ressourcen für den Modellversuch zu berechnen und ein Offert für einen Modellversuch GESTU einzureichen. Ursprünglich wäre der Projektstart für Juni 2009 geplant gewesen, jedoch wurde das Projekt zunächst nicht genehmigt und schließlich im Juni 2010 doch in Auftrag gegeben.

Am 9. Juni 2010 wurde der Modellversuch der Öffentlichkeit vorgestellt. Dies war der Startschuss für das Projekt, das bis Juni 2012 unter der Leitung von Ao.Univ.Prof. DI. Dr. Wolfgang Zagler und der Behindertenbeauftragten der TU Wien, Mag. Marlene Fuhrmann-Ehn, am Institut "integriert studieren" (IS-TU) der TU Wien, Fachbereich Studien-Support, durchgeführt wurde.
Der Projektname GESTU steht für "gehörlos erfolgreich studieren an der TU Wien" und bekam auch einen eigenen Gebärdennamen, welcher der Deutschen Gebärde für "Erfolg" ähnlich ist, aber mit beiden Händen ausgeführt wird und an den Applaus in Gebärdensprache erinnert.

Im Sommer 2012 wurde der Modellversuch für ein weiteres Semester (bis Ende Februar 2013) verlängert, und Ende 2012 wurde die TU Wien beauftragt, im Rahmen eines neuen Projekts (wiederum unter dem Namen GESTU) eine Servicestelle für drei weitere Jahre (bis Ende Februar 2016) einzurichten. Aufbauend auf dem Modellversuch soll die Stuation gehörloser Studentinnen und Studenten an Universitäten und Hochschulen am Beispiel des Studienstandorts Wien weiter verbessert werden.

Im Modellversuch GESTU wurde erstmals in Österreich eine Grundstruktur geschaffen, um bereits inskribierten gehörlosen Studierenden einen annähernd barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zum Studium zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Dass GESTU letztendlich an der TU Wien realisiert werden konnte, verdankt es dem Einsatz von engagierten Persönlichkeiten der TU Wien, die sich seit vielen Jahren um einen gleichberechtigten Zugang von Studierenden mit Behinderungen an der TU Wien bemühen, und der Leitung der TU Wien, die diese Bemühungen unterstützte.